In den sehr schönen Räumlichkeiten des Prot. Gemeindeshauses in Lambsheim fand am 17. Juni 2012 die diesjährige SBRP-Einzelpokalmeisterschaft statt. Landesspielleiter Daniel Hendrich begrüßte die vier Teilnehmer: Titelverteidiger Jürgen Möldner (SK Landau) und die Vertreter der Regionalverbände Dr. Ulrich Segna (Sfr. Konz-Karthaus – SVR), Marco Stegner (SC Landskrone – SBRhh) sowie Andreas Stock (SC Pirmasens – PSB). Vor Beginn wurde Jürgen Möldner noch von PSB-Präsident Bernd Knöppel für seinen kürzlich bei den Deutschen Pokal-Einzelmeisterschaften errungenen Vize-Meistertitel geehrt.
Die Teilnehmer unter den Augen von Landesspielleiter Daniel Hendrich und PSB-Präsident Bernd Knöppel: vorne von links Andreas Stock und Dr. Ulrich Segna, hinten von links Jürgen Möldner und Marco Stegner
Die Auslosung ergab sodann folgende Paarungen: Dr. Segna – Stock und Stegner – Möldner. Andreas Stock schaffte mit Schwarz recht schnell den Ausgleich und strebte im Zentrum nach Vorteil, die andere Partie entwickelte sich nach frühem Damentausch zunächst ausgeglichen. Auch nach zwei Stunden Spielzeit waren noch keine klaren Vorteile zu erkennen. Jürgen Möldner hatte sich inzwischen zwar einigen Raumvorteil erspielt, doch die gegnerische Stellung wies noch keine konkreten Schwächen auf. Dr. Ulrich Segna belagerte in der Folgezeit den schwarzen Isolani auf der d-Linie und schien etwas aktiver zu stehen, derweil Jürgen Möldner seinen positionellen Vorteil ausbauen konnte. Mit einem interessanten Figurenopfer erhielt Möldner zwei starke Bauern und versuchte, die Passivität der weißen Figuren auszunutzen. Nach wenigen Zügen musste Marco Stegner die Mehrfigur zurückgeben und stand mit einem Minusbauern nun deutlich schlechter. Inzwischen hatte Dr. Ulrich Segna den Isolani erobert, doch trotz Minusbauer schien das entstandene Turmendspiel für Andreas Stock noch haltbar zu sein. Nach knapp vier Stunden konnte Jürgen Möldner schließlich eine Figur gewinnen, was zur Aufgabe seines Gegners führte. Zwar versuchte Dr. Segna noch einige Zeit, auf Gewinn zu spielen, doch nach viereinhalb Stunden endete die Partie mit einer Punkteteilung. In der anschließenden Schnellschachpartie (20 Minuten Bedenkzeit pro Spieler) erlangte er am Damenflügel frühzeitig die Initiative und konnte diese in einen Bauerngewinn ummünzen. Andreas Stock wehrte sich zwar noch, doch der schwarze Freibauer erwies sich dann als entscheidend für den Partiegewinn von Dr. Ulrich Segna.
Die Finalpaarung lautete somit Möldner – Dr. Segna. In einer Nebenvariante der Französischen Verteidigung opferte Jürgen Möldner früh einen Bauern, um den unrochierten schwarzen König zu attackieren. Der Angriff schien viel versprechend, doch Dr. Ulrich Segna verteidigte sich geschickt und konnte seinen Mehrbauern zunächst halten. Nach knapp zweieinhalb Stunden willigten die Kontrahenten in unklarer Stellung ins Remis ein. Die Entscheidung wurde also auf die Schnellschachpartie vertagt, in der Dr. Segna die weißen Steine führte. Es entstand eine holländische Bauernstruktur, die beiden Seiten gute Chancen bot. Jürgen Möldner versuchte sein Glück im Zentrum, während Dr. Ulrich Segna den gegnerischen König aufs Korn nahm. Mit einem mutigen Läuferopfer verschaffte sich Dr. Segna zwei gefährliche Freibauern, die zusammen mit der Dame den schwarzen König in höchste Gefahr brachten. Doch Jürgen Möldner konnte die Stellung soeben noch verteidigen und nach erfolgtem Damentausch die Partie und damit den Pokal gewinnen.
Neben Titelverteidiger Jürgen Möldner darf sich auch Dr. Ulrich Segna über die Qualifikation für die nächstjährige Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft freuen.
Lesen Sie hierzu auch den Bericht von Landesspielleiter Daniel Hendrich.